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Spanische Schokoladenreform
Die Schokolade kommt einem spanisch vor.

Also Begeisterungsstürme löste die aztekische Schokolade zu Beginn ganz eindeutig nicht aus. Vermutlich würde es uns nicht anders gehen, wenn wir dieses herbe, mit exotischen Gewürzen verfeinerte Getränk, blutrot gefärbt mit Achiote, heute vorgesetzt bekämen. Uns würde das Süße, der Zucker fehlen und der fehlte auch schon den Spaniern.

Schon gewußt?
Die Geschichte der Schokolade beginnt vor ca. 4000 Jahren. Allerdings nicht in fester, sondern in flüssiger Form. Wenn im Folgenden also von Schokolade die Rede ist, dann von Trinkschokolade. Tafeln wie wir sie heute kennen, bezeichnet man erst seit dem 19. Jahrhundert als Schokolade.

Heiß, süß und schaumig.

Nachdem im 11. Jahrhundert das Zuckerrohr in Europa Einzug hielt waren alle Europäer geradezu süchtig nach Süßen, wenn sie es sich leisten konnten.
Sehr schnell begannen die Kolonisten neben ihn bekannten Obstbäumen und Getreide aus der alten Welt, auch Zuckerrohr im großen Maßstab anzupflanzen.
Zucker war begehrt und teuer, mit ihm konnte man ein Vermögen machen.

Von den kanarischen Inseln über Santo Domingo bis nach Mexiko, überall gab es Zuckerrohrplantagen. Schokolade mit Honig gesüßt genossen bereits die Azteken, den herben Geschmack des Kakaos mit Rohrzucker zu süßen – eine Innovation der Kolonisten.

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Historische Darstellung einer Zuckerrohrplantage.

Auch die exotischen Gewürze der Azteken mussten bekannten Aromen wie Zimt, Anissamen oder schwarzen Pfeffer weichen. Die Azteken bevorzugten kalte Schokolade, die Maya heiße. Die Spanier entschieden sich für die Variante der Maya – fortan wurde die Schokolade heiß serviert.

Auch wenn sich vieles veränderte, die Zubereitungsmethoden blieben dieselben. Die entschalten Kakaobohnen wurden auf dem erwärmten Reibstein (metatl oder metate) vermahlen, die Paste mit Wasser und Gewürzen erhitzt und dann doch noch eine Änderung mit einem hölzernen Quirl – Molinillo – schaumig geschlagen.